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Passwörter, Sicherheit und Betrug im Netz

Aktualisiert 29. Oktober 2026

Passkeys: Was sie sind, wie sie funktionieren und wo sie gespeichert werden

Ein Passkey pro Dienst: drei geschlossene Vorhängeschlösser aus Messing nebeneinander, vor jedem liegt ein eigener Schlüssel anderer Form, auf cremefarbenem Handpapier.
KurzantwortPasskeys sind Anmeldedaten, die das Passwort durch ein Schlüsselpaar ersetzen: Der private Schlüssel bleibt im Gerät oder Passwortmanager, der öffentliche liegt beim Dienst. Bestätigt wird per Fingerabdruck, Gesichtsscan oder PIN. Ein Passkey gilt nur für die Adresse seines Dienstes und lässt sich auf gefälschten Seiten nicht abgreifen.

Passkeys sind Anmeldedaten, die das Passwort durch ein Schlüsselpaar ersetzen: Der private Schlüssel bleibt im Gerät oder im Passwortmanager, der öffentliche liegt beim Dienst. Bestätigt wird die Anmeldung mit Fingerabdruck, Gesichtsscan oder PIN, zum Server gelangt nur eine Signatur. Ein Passkey gilt nur für die Adresse des Dienstes, für den er erstellt wurde, und lässt sich deshalb auf einer gefälschten Seite nicht abgreifen. Nutzbar ist er nur bei Diensten, die ihn anbieten, und bei Geräteverlust zählt der Speicherort.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hält Passkeys laut seiner Verbraucherinformation zu Passkeys der Anmeldung mit Benutzername und Passwort in vielerlei Hinsicht für überlegen und nennt sie immun gegen die breite Masse bekannter Phishing-Angriffe. Technisch beruhen sie auf den FIDO2-Standards, die Browserschnittstelle WebAuthn liegt seit dem 25. August 2026 in Level 3 als W3C-Empfehlung vor.

So läuft eine Anmeldung mit Passkey ab

Eingerichtet wird ein Passkey laut BSI einmalig in den Sicherheitseinstellungen der Webseite oder App. Das Gerät legt dabei einen geheimen Schlüssel im internen Speicher ab, der passende öffentliche Schlüssel landet beim Dienst. Jeder Dienst bekommt ein eigenes Paar, ein Passkey schützt also immer genau ein Konto. Danach läuft die Anmeldung so ab:

  1. Konto wählen. Der Dienst fragt in der Regel, ob Passwort oder Passkey genutzt werden soll.
  2. Gerät entsperren. Fingerabdruck, Gesichtsscan oder PIN bestätigen die Wahl. Biometrische Daten bleiben laut Google und FIDO Alliance auf dem Gerät, der Dienst erfährt nur, dass die Prüfung erfolgreich war.
  3. Gerät signiert. Laut Microsoft signiert es eine Aufgabe (Challenge) des Dienstes mit dem privaten Schlüssel.
  4. Dienst prüft. Mit dem öffentlichen Schlüssel verifiziert er die Signatur und gewährt Zugang.

Auf dem Server liegt nur der öffentliche Schlüssel, der laut Apple nicht geheim ist. Angriffe auf Passwortdatenbanken stellen laut FIDO Alliance deshalb keine Bedrohung mehr dar: Es gibt keine Passwörter zu stehlen. Liegt der Passkey auf dem Smartphone, die Anmeldung erfolgt aber am PC, wählen Sie das Smartphone als Anmeldegerät und scannen einen QR-Code. Laut BSI braucht es dafür Bluetooth auf beiden Geräten.

Warum Phishing bei Passkeys ins Leere läuft

Laut Microsoft ist ein Passkey mit der Domain verknüpft, bei der er erstellt wurde: Auf einer täuschend ähnlichen Seite legt das Gerät ihn nicht vor. Nach der WebAuthn-Spezifikation setzen Browser und Authentifizierer gemeinsam durch, dass nur Seiten des Dienstes auf den Passkey zugreifen. Das BSI beschreibt die Folge: Der Login auf der gefälschten Seite scheitert, die Täter erfahren nichts über das Ziel oder dessen Daten.

Das US-Institut NIST definiert Phishing-Resistenz (SP 800-63B-4, Juli 2025) als Fähigkeit, Geheimnisse und gültige Ausgaben nicht an einen falschen Prüfer preiszugeben, ohne auf die Wachsamkeit des Nutzers zu bauen. Auf AAL3, der höchsten von drei Vertrauensstufen, ist sie vorgeschrieben.

Vollständigen Schutz bieten Passkeys trotzdem nicht: Laut Google kann nach der Erstellung jeder, der das Gerät entsperren kann, auf das Konto zugreifen, auch nach dem Abmelden. Passkeys gehören daher nur auf eigene Geräte.

Wo Passkeys gespeichert werden

Für die Speicherung ist der Passkey-Anbieter zuständig. Laut FIDO Alliance ist das der Verwalter im Betriebssystem oder Browser, etwa iCloud-Schlüsselbund oder Google Passwortmanager, oder die App eines Drittanbieters, etwa ein Passwortmanager. Synchronisierte Passkeys werden über ein Cloud-Konto auf alle Geräte desselben Anbieters übertragen, gerätegebundene verlassen ein einziges Gerät nie.

SpeicherortWas der Anbieter angibt
iCloud-Schlüsselbund (Apple)Ende-zu-Ende verschlüsselte Synchronisierung; ein Apple Account mit iCloud-Schlüsselbund erfordert Zwei-Faktor-Authentifizierung
Google PasswortmanagerAbgleich zwischen Android-Geräten und Chrome mit demselben Google-Konto, Ende-zu-Ende verschlüsselt; ab Android 14 auch Passwortmanager von Drittanbietern
Windows Hello (Microsoft)PIN, Fingerabdruck oder Gesicht am Computer; Abgleich in einem synchronisierten Manager wie Microsoft Password Manager (nur Edge ab Version 142, persönliches Profil)
FIDO2-Sicherheitsschlüsselgerätegebunden, laut FIDO Alliance höchste Sicherheitsgarantie; laut BSI nicht kopierbar, pro Dienst ein eigener Passkey

Die FIDO Alliance warnt, dass durch Passwörter gesicherte oder synchronisierte Passkeys diebstahlgefährdet sind, und sieht bei geringer Risikotoleranz einen Vorteil für gerätegebundene. Das NIST lässt synchronisierbare Authentifizierer auf AAL2 unter Auflagen zu, auf AAL3 nicht, weil der private Schlüssel exportierbar sein muss. Das BSI wertet synchronisierte Passkeys bei funktionierendem Backup positiv.

Was bei Geräteverlust oder Gerätewechsel gilt

Wie gut der Zugang zurückkehrt, hängt laut BSI meist vom Anbieter ab, nicht vom Verfahren. Kritisch ist ein einstufiger Wiederherstellungsweg, denn dort können Angreifer ansetzen.

Passkey oder Zwei-Faktor-Authentisierung

Ein Passkey ersetzt Passwort und zweiten Schritt in einem. Laut Microsoft zählt er zu den Multifaktor-Verfahren: Das Gerät ist der Besitz, Fingerabdruck, Gesicht oder PIN sind Merkmal oder Wissen. Die FIDO Alliance hält ihn allein für sicherer als Passwort plus Einmalcode oder App-Bestätigung, weil diese Faktoren weiter phishbar seien. Die BSI-Einschätzung zum Echtzeit-Phishing:

VerfahrenSchutz vor Phishing in Echtzeit laut BSI
E-Mail-TAN, SMS-TAN, TOTP-Appkein Schutz, der zweite Faktor kann über einen Proxy abgefangen werden
Passkeys (synchronisiert und gerätegebunden)resistent gegen übliche Phishing-Angriffe
Online-Ausweisfunktion des Personalausweisesresistent gegen alle betrachteten Angriffsszenarien

Der zweite Schritt entfällt nicht überall: PayPal führt trotz Passkey weiterhin zusätzliche Authentifizierungsschritte durch, Google überspringt ihn bei aktivierter 2-Faktor-Authentifizierung. Das BSI empfiehlt, ein Passwort durch einen Passkey zu ersetzen oder durch einen zweiten Faktor zu ergänzen, und rät, zu prüfen, bei welchen Konten der Umstieg schon möglich ist.

Wo sich Passkeys heute nutzen lassen

Die FIDO Alliance nennt Unterstützung in allen großen Betriebssystemen und Browsern, doch der Dienst muss Passkeys anbieten. Die Angaben der Anbieter, Stand 29. Oktober 2026:

DienstWas der Anbieter angibt
Google-Kontobei Workspace-Konten von Arbeitgeber oder Schule ist die Anmeldung nur mit Passkey eventuell nicht möglich, er kann dort zweiter Faktor sein
Microsoft-Kontoprivate und Geschäfts- oder Schulkonten, bei Letzteren nur, wenn die Organisation das unterstützt
PayPalzurzeit für berechtigte Konten, in Safari und Chrome auf Apple- und Android-Geräten, auf Windows-Geräten nicht
WEB.DElaut Blogbeitrag vom 23. Juli 2026 verfügbar, das Passwort bleibt nutzbar, Hardware-Schlüssel zu Beginn noch nicht unterstützt
DB KundenkontoChrome, Safari, Edge und Firefox unter iOS, macOS, Android und Windows, die Anmeldung mit Passwort bleibt möglich
Der Text fasst Angaben von Behörden, Standardisierungsgremien und Anbietern zum 29. Oktober 2026 zusammen und ersetzt keine Fachberatung zur IT-Sicherheit. Die Standards gelten länderübergreifend, die Dienstangaben stammen von deutschen Hilfeseiten und ändern sich.

Häufige Fragen

Wie funktionieren Passkeys?

Das Gerät erzeugt für einen Dienst ein Schlüsselpaar: Der öffentliche Schlüssel liegt beim Dienst, der private im Gerät. Bei der Anmeldung entsperren Sie das Gerät per Fingerabdruck, Gesicht oder PIN, und es signiert die Aufgabe des Dienstes.

Wird mein Fingerabdruck an den Dienst gesendet?

Nein. Laut FIDO Alliance bleibt die biometrische Verarbeitung auf dem Gerät und der Server sieht nur die Bestätigung, dass die Prüfung erfolgreich war. Google und Microsoft geben dasselbe an.

Warum schützen Passkeys vor Phishing?

Ein Passkey ist an die Domain gebunden, für die er erstellt wurde. Laut Microsoft legt das Gerät ihn einer gefälschten Seite nicht vor, auch wenn man dorthin gelockt wird. Das BSI nennt ihn immun gegen die breite Masse bekannter Phishing-Angriffe.

Was passiert mit Passkeys, wenn ich mein Smartphone verliere?

Synchronisierte Passkeys sind nach der Einrichtung eines neuen Geräts beim selben Anbieter wieder verfügbar. Gerätegebundene gehen laut Microsoft ohne andere Wiederherstellung verloren, ein zweiter Passkey oder Stick dient als Reserve.

Ersetzt ein Passkey die Zwei-Faktor-Authentisierung?

Er kann den zweiten Schritt ersetzen, denn er verbindet den Besitz des Geräts mit Fingerabdruck, Gesicht oder PIN. Laut FIDO Alliance kann er Passwort plus SMS-Code ersetzen. Manche Dienste wie PayPal fordern nach eigenen Angaben trotzdem zusätzliche Schritte.

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